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Chris

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  1. Ich denke, dass man hier unterscheiden muss: Im engeren wissenschaftlichen Sinn ist das eb, was die besten Ergebnisse bringt, und bei gleichwertigen Ergebnissen das mit den wenigsten Annahmen (--> Ockhams Rasiermesser https://de.wikipedia.org/wiki/Ockhams_Rasiermesser ). Weil der Mensch neugierig ist und immer nach Verbesserung strebt - und weil halt Seiten gefüllt, clicks generiert und Produkte verkauft werden sollen - sprudeln immer neue Ideen für Programmgestaltung. Man möge nur mal ein paar Wochen t-nation lesen... Ich bin überzeugt davon, dass ein Großteil dieser neuen Ideen weder besser NOCH SCHLECHTER als getestetes eb Vorgehen ist. Der Grund aber, was die Kontroversen und den Widerstand (zB auch hier im Forum) auslöst, ist, dass die Wissenschaft eben ohne Testen nicht den Behauptungen zustimmen kann, die neue Idee wäre was Besseres. Und wenn sie es getestet hat und keine Verbesserung (oder gar ne Verschlechterung) das Resultat war, dies auch so feststellt. Und den Anspruch hat, eine höhere Qualität von Wissen darzustellen als subjektive Meinungen und Erfahrungen. Die Folge: Eine Menge Leute sind mächtig angepisst gegenüber eb, besonders natürlich die, die mit den neuen Ideen aufkamen, an sie geglaubt haben oder sie vermarkten wollten. "Klugscheißer kann keiner leiden." PRAKTISCH aber kann man natürlich ein Programm machen, dessen Behauptungen sich als nicht besser herausgestellt haben. Wenn einen der zusätzliche Aufwand des mumbo-jumbos ("wave loading", 47 verschiedene Satz-Wdh-Schemata, 13 kleine proteinreiche Mahlzeiten pro Tag) und das ewige program hopping nicht stört. Und praktisch - das sagt jeder eb Coach der Welt - wird es immer besser sein, lieber ein leicht schlechteres Programm als das optimale zu machen, wenn - aus manchmal mir unerfindlichen Gründen - der Klient partout sich mit ner 1er Frequenz die Muskeln abschießen will und sonst dauernd das Training aufallen lassen würde. Das ist jedem klar und ein überflüssiges, häufig gehörtes Strohmannargument gegen eb. Es ist nur wichtig, ganz klar zu sagen, dass der subjektive Eindruck von manchen 1er sei besser als 2er keine Evidenz hat. Wenn er/sie dann trotzdem noch 1er machen will - nur zu. Aber eb heißt, zu akzeptieren, dass eb eben stärkere Aussagekraft hat als die subjektive Meinung. ----------------------------------------- Ich würde zweierlei machen im Forum: Einerseits hinweisen, wenn Dinge wsl aufgrund unseres Wissens oder getestet keinen Mehrwert haben. Wie eben ständig leicht variierte Satz-Wdh-Schemata, die jedes Mal ein "neues Programm" mit einen tollen Namen bilden. Weil es einfach zu einer, ich würde fast sagen für das gesamte Leben, wichtigen Lernkurve dazugehört, sich nicht ständig irgendwelchen Illusionen, Versprechungen und unbewiesenen Behauptungen hinzugeben. Sondern eb zu akzeptieren als auch eine ERLEICHTERUNG, zu wissen, dass man nichts verpasst, wenn man nicht ständig nem neuen Ding, sei es Training, Supplement - oder medizinische Therapie - hinterherrennt. Und die Erkenntnis akzeptiert, dass a) wir einfach viel Zeit und Schweiß investieren müssen, was uns ein super-duper-trick nicht abnehmen kann und b) wir trotz dieses Fleißes und optimalen Programmen unweigerlich an eine Grenze stoßen. Und zum anderen klarstellen, wenn es tatsächlich deutlich suboptimale Programme sind: Wenn jemand behauptet alle zwei Wochen einen Muskel zu trainieren a la heavy duty oder dass 0,8g/kg Eiweiß ausreiche, dann ist das sicherlich nicht schwarz-weiß VÖLLIG wirkungslos. (Der beliebte Spruch, es "funktioniere" aber auch). Aber doch so deutlich suboptimal, dass man es ansprechen und einem wenig erfahrenen Trainierenden nicht empfehlen und ihn über die Nachteile aufklären sollte. Das hätte für mich eindeutig keinen Platz im Forum.
  2. Chris

    GK-Trainingsplan ändern?

    Wer nur eine Minute Pause bei 3x8KB und 3x6KH macht, macht kein ordentliches KB/KH und verschenkt Potential - da hilft dann auch das beste Zeitmanagement nix. Sind übrigens geschlagene 4 Minuten mehr für diese beiden Übungen insgesamt, wenn du die Satzpausen von 1 auf 2 Minuten verdoppelst. Sooo vielbeschäftigt ist man dann auch nicht, oder? Also da einfach die Zeit dafür nehmen. Von den drei Druckübungen ähneln sich BD und Dips. SD ist etwas anders, weil da ne Aufwärtsrotation der Schulter dabei ist. Die ist ne sinnvolle Ergänzung, mit Langhantel oder Kurzhanteln machen. Dips (mit perfekter Technik) und besser noch Liegestützen sind sehr schulterschonende Alternativen zu BD. Weil aber die richtige Ausführung bei Liegestützen und BD anfangs leichter klappt als bei Dips, würde ich eine von den beiden nehmen, plus SD. Wenn bei dir die Zeit, bsd im Studio, knapp ist, du aber was kurz zuhause machen könntest, dann lassen sich Klimmis und Liegestützen gut nach Hause auslagern mit der Hilfe von Bändern. Oder du wechselst LS/BD mit SD ab, wenn du 3x die Woche gehst. Je nachdem, welche Muskeln du besonders trainieren möchest, aber aus Gesundheitssicht eher immer beide Zugübungen, und nur eine Druck.
  3. Willkommen! Dein Vorgehen und Einstellung klingt hervorragend, hat schon Resultate gebracht und wird noch weitere bringen. Bzgl HWS: Wie schon erwähnt, ist für Muskelaufbau entscheidend, welche Anstrengung der betreffende Muskel aufwendet. Nicht, wie schwer das Gewicht ist. Aus anderen Gründen landet man allerdings oft bei solchen im Rahmen von Ganzkörperübungen mit freien Gewichten, weil sie einige Vorteile bieten. Aber man könnte im Zweifelsfall um die Belastung der HWS rumtrainieren. Allerdings ist das genau der Punkt: Krafttraining im allgemeinen schützt deshalb vor BSV, weil es zum einen einübt, die Wirbelsäule in ihrer natürlichen Lage zu halten, in der die Belastung auf die BS am geringsten ist. Zum anderen trainiert es die Muskeln, die die Wirbel in dieser Position halten. Man möchte also sogar eine passende, über die Zeit steigende Belastung auch auf die Wirbelsäule, durch die die Muskeln und sogar in geringem Ausmaß die passiven Strukturen robuster werden. Die Effekte von Krafttraining passieren über Belastung, an die sich der Körper anpasst. Gibts keine Belastung, gibts keinen Trainingseffekt. Man kann aber natürlich die Belastung für verschiedene Muskeln und Körperpartien/Gelenke unterschiedlich steuern. Dein Problem sollte natürlich individuell geklärt werden. Ich würde allerdings vorsichtig sein, auf einzelne Aussagen hin - auch von Orthopäden und Physios - vorschnell bestimmte Belastungen/Übungen/Belastungshöhen für immer abzuschreiben. Zum einen kennen sich beide Professionen immer noch viel zu oft zu wenig mit Nutzen und Möglichkeiten des Krafttrainings aus - gerade in der Reha und Prävention. Zum anderen entscheiden sie oft nicht in deinem, sondern ihren besten Interesse. Was da heißt: Verantwortung abgeben, juristisch auf der sicheren Seite sein: "Nicht mehr als 10kg heben!". Die meisten Überlegungen und Untersuchungen zu BS und Krafttraining betreffen die LWS. Zum einen, weil das der häufigste Ort von BSV ist. Zum anderen, weil der Hebel, der bei Übungen wie Kreuzheben und Kniebeugen wirkt, immer vom Gewicht, was beim Kreuzheben auf den Armen (die setzen an der Schulter an), beim Kniebeugen auf der Schulter ist, bis zur Hüfte als Drehpunkt wirkt. Je weiter weg von der Schulter Richtung Hüfte, desto größer die Hebelkraft. Also bei der LWS. Je stärker parallel der Oberkörper zum Boden, desto stärker die Hebelkraft. Auf die HWS wirkt deshalb eigentlich wenig Hebelkraft. Du schreibst, dass durch die Fusion von C4-C6 die angrenzenden Wirbel stärkere Belastung, und im Extremfall ein höheres BSV-Risiko haben. Das wäre aber nur dann, wenn diese überhaupt in eine Lage kommen, bei der ein BSV auftreten kann, oder? Sprich bei Flexion oder Extension. Genau das lernt man ja im Krafttraining: Beides im Extremen zu vermeiden und durch Koordination und Muskelkraft die Wirbelsäule immer in ihrer physiologischen Form zu halten. Konkrete Punkte sind, bei Kniebeugen evtl eher low bar wählen statt high bar; Kreuzheben mit neutraler HWS. Das sind deutlich erwähnt jetzt noch ungelegte Eier. Ich wollte damit nur zeigen, dass ein Physio oder Orthopäde am besten über Krafttraining Bescheid wissen sollte. Wenn er keinen Plan hat, was du überhaupt tun würdest beim Krafttraining, zB was low bar oder high bar ist - kann er das nicht korrekt einschätzen. Da ist natürlich auch gesunder Menschenverstand gefragt: Wenn drei Orthopäden genau erklären, dass bei einem Gewicht von 20kg in Form einer Hantel auf dem Th1 sehr leicht ein BSV entstehen kann und du von Hals ab gelähmt bist - wird man das respektieren. Kommt nach Nachfragen nur eine unbegründete Einzelmeinung, dass man halt nix Schweres machen sollte - macht man sich auf die Suche nach mehr Infos. Da so eine Fusion ja nicht gerade selten ist, würde ich mich informieren, welche Bandbreite an Erfahrungen es gibt: Wenn ein niedergelassener Orthopäde vllt 10 Leute in den letzten 5 Jahren damit in Behandlung hatte, von denen keiner Krafttraining machen wollte - ist seine Erfahrungsbasis praktisch 0. Vielleicht gibts eine spezialisierte Klinik oder Rehazentrum für solche Fälle, vielleicht eine Patientenvereinigung, vielleicht ein Forum mit Erfahrungsaustausch. Im Hinterkopf behalten und bei Bedarf nochmal hierhin zurückscrollen. Egal mit welchem Training genau wirst du deine Ziele erreichen können. Viel Spaß beim Training!
  4. Chris

    Evidenz im Training

    Trainingspause - Was passiert mit Kraft und Muskelmasse? https://medium.com/@SandCResearch/how-does-taking-a-break-from-strength-training-affect-hypertrophy-de969bc7ab66
  5. Chris

    Abnehmen mit Darmsanierung?

    Bitteschön! Aus Interesse. Ich hab gelernt, wenn man sich zuätzlich selbst informiert, fährt man bei medizinischen Sachen oft besser.
  6. Chris

    Evidenz im Training

    Zu Lyles Zitat "tension is the primary driver of hypertrophy" und "this study disproves this idea". ------------------------------------ Ne, so is es nicht. Man muss bei Lyle wirklich aufpassen, wann er was rational schreibt und sich in dem Thema auskennt. Und wann er getriggert ist und sich auch nicht so gut auskennt wie bei anderen Themen (Ernährungsphysio vs Statistik). Also, die Leser des Hypertrophiethreads erkennen, dass das erste Zitat ein logischer Fehlschluss ist: Spannung und Volumen sind keine gegensätzlichen Faktoren und weder das eine noch das andere ist wichtiger. Ja sogar beide alleine sind komplett wirkungslos, weil sie beides Bausteine sind, die vorhanden sein müssen. Das eine, Spannung, ist das Ergebnis eines sehr breit gefächtern Gewichts (30-85%1RM), was je nach Lage in dieser range, mit oder ohne Ermüdung, eine "effektive rep" erzeugt. Man kann theoretisch auch ganz ohne Gewicht hohe Muskelaktivierung erreichen, genau genommen ist also "Spannung" nicht die Kernvoraussetzung. Sondern genauer gesprochen Muskelaktivierung + langsame Geschwindigkeit. [Ich finde "Spannung" im Licht des Hypertrophiemechanismus auch deshalb bisschen ungünstig, weil das einem immer noch das Bild mit "mehr Spannung --> mehr Effekt" suggeriert. Was ja, wenn man Spannung als Folge von Last sieht, nicht stimmt. Sonst hätte man ja eine Dosis-Wirkungs-Beziehung von 30% hoch zu 85%.] So, die Anzahl der effektiven reps ist das Volumen. Dessen Höhe bestimmt die Dosis-Wirkungs-Beziehung. Thats it. -------------------------------------- Womit wir beim zweiten Zitat wären: Um die wird in der Schoenfeld-Studie diskutiert. Kurz gesagt: Die Studie konnte für Muskelwachstum statistisch 3 Sätze > 1 Satz und 5 Sätze > 1 Satz zeigen, aber nicht 5 Sätze > 3 Sätze. Wenn man sich die puren Zahlen ansieht, war die Steigerung aber recht linear 1< 3< 5. Wahrscheinlich war die Studie wie so oft underpowered, man hatte also zu wenige Teilnehmer, damit der Effekt signifikant wurde (obwohl der Unterschied auch dann wsl nicht sehr stark ausgefallen wäre). Man kann, wie bei jeder Studie, noch alles Mögliche diskutieren. Und das ist auch gut so, um das Design für folgende Studien zu verbessern. Was man leider nicht bekommt in der SpoWi, sind paar Millionen von der Gates-Stiftung oder vom Krebsforschungsfond. Man wird also nie die eine perfekte Studie haben. Zum Glück gibts dann sowas wie reviews und Metaanalysen, in denen man das big picture zeichnet. Das sieht zur Zeit danach aus, also ob die Dosis-Wirkungs-Kurve für mehr Volumen doch ziemlich weit nach oben ansteigen kann. Zukünftige Forschung wird zeigen, welche Faktoren (Geschlecht, Trainingslevel usw) da noch mitreinspielen.
  7. Chris

    Evidenz im Training

    edit: verschoben in den Quo Vadis thread
  8. Chris

    Frequenz und Erholung

    Der eine link von Ghost zeigt ja, welche Probleme Muskelkater mit sich bringen kann. Deshalb würd ichs andersrum aufziehen: Nicht irgendeine Frequenz aufgrund deines Muskelkaters wählen - sondern Muskelkater versuchen zu minimieren! Keine harten exzentrischen, nicht ständig zu failure, keine extremen session-Volumen/Muskel, Satzpausen lang genug, keine extrem hohen oder niedrigen Lasten in %1RM.
  9. Chris

    Abnehmen mit Darmsanierung?

    Hallo Markus, kurz zur Darmsanierung: Hast du aktuell Vergiftungserscheinungen? Ein Blutbild dafür gemacht von einem Toxikologen (keinen Naturheilkundler)? Wenn nein, dann sei beruhigt, du brauchst dich nicht entgiften. Wobei das Entgiften sowieso nicht mit ner Ernährungsumstellung machbar wäre. Sondern mit Medikamenten. Was je nach Substanz sehr schwierig und nicht immer erfolgreich ist. Es gibt natürlich eine gesunde Ernährung, die auch die Darmflora günstig beeinflusst. Wird zur Zeit viel geforscht und so grob kann man bis jetzt sagen, dass viel Gemüse und natürliche vorkommende Bakterien in Nahrungsmitteln, wie zB Joghurt, Sauerkraut, gut sind. Der dritte Satz im Artikel zu "Symbioselenkung" in der Wikipedia ist: Damit ist für mich das Thema - Achtung Wortspielhölle :) - gegessen. ------------------------------ Zum Abnehmen: Ja, da gibts einige Möglichkeiten, die auf der Hauptseite von Fitness Experts vorgestellt werden. Je nachdem, wie dein KFA ist aktuell und wie eilig bzw heftig du es tun willst. Der Abnehm-Guide: https://fitness-experts.de/abnehmen
  10. Chris

    Evidenz im Training

    Ja, schöne Artikel. Die Abwesenheit von finanzieller Bedeutung/Interesse in der Trainingswissenschaft hat leider den im Artikel angesprochenen Nachteil der schwierigen Studiendesigns. Andererseits aber den Vorteil, dass wenig Manipulationsgefahr aus finanziellem Interesse da ist (Supplementestudien mal ausgenommen). Leute wie Schoenfeld und Henselmans haben in ihren Studien übrigens schon die im zweiten Artikel besprochenen neuen Richtlinien besserer Statistik angewendet. Der letzte Artikel ist auch sehr schön. Ich hab gerade eben genau das gleiche Beispiel für den surivorship bias gebracht wie Nuckols: Die Coachingerfolge. Hier:
  11. Chris

    Abnehmen mit Darmsanierung?

    edit: Sorry, hab erst jetzt deinen anderen thread mit der Info über deine BB-Trainingserfahrung gelesen. Darmsanierung ist ein schwammiger Begriff, unter dem jeder andere Maßnahmen versteht. Du kannst ja schreiben, was du damit konkret meinst. Sie hat in allen Fällen keine Evidenz, wenn es um angebliches "Entgiften" von "Toxinen" oder "Schlacken" geht. Dass man mit Maßnahmen, die oft hinter Darmsanierung stecken, abnehmen kann, ist nicht verwunderlich: Wer teilweise fastet, viel trinkt, viel Gemüse isst und wenig verarbeitete Zuckerprodukte, sprich bei wem die Kalorienzufuhr deutlich gedrückt wird - der nimmt ab. Ich würde das eher als Bierbauchsanierung bezeichnen. Zu deinem eigentlichen Anliegen: Also die allermeisten wollen in Wirklichkeit Fett abnehmen. Denn was würdest du sagen, wenn ich dir vorschlage, ich nehme 10 Kilo Fett und gebe dir 10 Kilo Muskelmasse? Dann hättest du 0 Kilo abgenommen. Also willst du auch Muskelmasse abnehmen - oder v.a. Fett? Viel Spaß!
  12. Chris

    Evidenz im Training

    Wie viel Eiweiß braucht man für das maximale Sättigungsgefühl? https://mennohenselmans.com/protein-satiety-study/
  13. Chris

    Evidenz im Training

    Ehrlich gesagt weiß ich nicht, was HIT, HVT und HFT genau sagen. Meistens sind es ja keine festen dokumentierten Pläne, sondern teilweise sich verändernde. Oder welche, über deren genaue Ausgestaltung selbst von Anhängern gestritten wird. Das hab ich zB bei HIT so erlebt, um das sich ja ganz verschiedene Erzählungen ranken. Ich würde deshalb die erste Frage komplett rauslassen und gleich zur zweiten übergehen: Es gibt ja mittlerweile einiges zu den drei Faktoren. Und wahrscheinlich kennst du alle diese Evidenz (und hast sie vielleicht sogar teilweise als links gepostet). Gibt ja mittlerweile sogar reviews und Metaanalysen zu Frequenz, Volumen, Last. Die Last ist eigentlich die einfachste Variable: Alles was gefällt zwischen 30 und 85%!RM. Nun kann man über Vieles diskutieren dabei; wie man es mixt, was langfristig am angenehmsten ist, wer was lieber mag/kann usw. Aber prinzipiell ist das so breit gefächert. Da sieht man dann auch, dass Programme, die sich hier festlegen, das unnötig tun. Wenn man bei der Last schon so eine breite Auswahl hat und schwer oder leicht - oder alles gleichzeitig - machen kann. https://www.strongerbyscience.com/master-list/#Strength_and_Hypertrophy_Adaptations_Between_Low-_vs_High-Load_Resistance_Training_A_Systematic_Review_and_Meta-analysis_Schoenfeld_et_al_2017-2 Gleiches bei der Frequenz: Seit einiger Zeit ist gesichert 2x > 1x, und wsl gibt es auch einen kleinen Effekt 3x > 2x. Wo es noch nicht genügend Evidenz gibt, ist über mögliche Interaktionseffekte. Also: Die Muskeln eher so, oder die Personen (wsl Trainingsalter-abhängig) eher so. https://www.strongerbyscience.com/frequency-muscle/ Und Ähnliches auch beim Volumen, bei dem man noch ausfieseln muss, welche Faktoren da noch reinspielen. Wsl auch wieder Trainingsalter, Muskeln usw. Beim Volumen ist eine große Erkenntnis, dass es wsl die Anzahl effektiver Wdh ist, die zählt. Siehe den Hypertrophiethread. Das erklärt schon viele bisherige Ungereimtheiten aus den Studien und lässt den Nebel lichten. Damit lassen sich die verschiedenen Studien nochmal Revue passieren, die Volumen ganz unterschiedlich definiert haben, und neue Erkenntnisse über den Effekt von Volumen ziehen. https://www.strongerbyscience.com/master-list/#Dose-response_relationship_between_weekly_resistance_training_volume_and_increases_in_muscle_mass_A_systematic_review_and_meta-analysis_Schoenfeld_et_al_2017 Die dritte Frage sollte sich tatsächlich aus dem Hypertrophiethread ergeben, auf den ich hiermit verweise. Ein wenig interagieren diese drei/vier Faktoren schon, ich würde es allerdings nicht besonders stark sehen. Vor allem dann nicht, wenn man Volumen als Wochenvolumen sieht, was das Entscheidende ist. Damit sind die beliebten Diskussionen über hohe Frequenz vs hohes Volumen schonmal hinfällig. RPE/effort kann sicherlich Frequenz und Volumen beeinflussen. Und sehr hohe wie sehr niedrige Lasten wsl auch ihre Probleme bringen bzgl Regneration. Da wird in letzter Zeit mehr über "Ermüdung" geforscht und Chris Beardsley hat da einiges geschrieben. Nachdem man einiges über die Grundlagen weiß, wird in den nächsten Jahren sicher noch mehr "Individualisierung" kommen. Wenn die SpoWi mehr Gelder hätte, dann bsd über Genetik und Training mehr, weil da ja in anderen Bereichen die Post abgeht, seitdem die Genanalysen machbar sind.
  14. Chris

    Evidenz im Training

    Wusste gar nicht, dass Evidenz im Deutschen eine philosophische Bedeutung hat. Es wäre dann wissenschaftliche Evidenz wie im engl "scientific evidence", und davon gibts in der Sportwissenschaft ja von Einzelfallstudien bis zu Metaanalysen einige Zwischenschritte. Das meiste sind heute RCTs, also ein Experiment mit Kontrol- und Interventionsgruppe(n) Gruppen, und zusammengefasste Studien als Meta. Bei einzelnen Studien fehlt den meisten, mich eingeschlossen, wsl die Kompetenz und der Überblick, sie richtig einzuordnen. Ich finde deshalb die üblichen Verdächtigen der eb Leute wie Nuckols, Helms, Israetel, Schoenfeld usw praktisch, um sozusagen aufbereitetes Wissen zu bekommen. Weiß nicht, ob wir einfach interessante Beiträge von denen posten wollen. Im Prinzip hast du ja schon viele solche links in deinen threads - ich wollte halt davon nur die eb filtern. Kann mich gerade an nichts Außerordentliches erinnern in letzter Zeit, also kann jeder gerne den Anfang machen, dem ein interessantes Thema ins Auge gesprungen ist.
  15. Der Grund der Kraftsteigerung oder des Kraftniveaus kann durch viele Mechanismen geschehen - nur eine davon ist Hypertrophie - der erfolgreiche Wachstumsreiz, den du meinst. Es gibt einige Kraftadaptionen, die unabhängig von Hypertrophie sind. Und es gibt unterschiedliche Ausgangsniveaus, teils unveränderlich (wie Sehnen-Hebelverhältnisse), die genetischer Natur sind. Im post über deinem habe ich von den Periodisierungsstudien geschrieben - dort hatten Gruppen mit und ohne Periodisierung logischerweise ein UNTERSCHIEDLICHES KRAFTNIVEAU nach einigen sessions und folglich eine UNTERSCHIEDLICHE GESAMTTONNAGE am Ende des Trainingszeitraums. Im traditionellen Verständnis würde man also erwarten, dass sie somit auch unterschiedliche Reize für Hypertrophie gesetzt haben. Und die Gruppen mit der höheren Gesamttonnage mehr Hypertrophie bekamen. War aber nicht der Fall. Das Ergebnis kann man nicht erklären ohne das neue Hypertrophiemodell. Man könnte auch nicht erklären, warum Leute mit ähnlichen anabolischen Voraussetzungen, aber krass unterschiedlichem Kraftniveau (durch verschiedenes Training und genetischen Faktoren), mit völlig unterschiedlichen Gewichten (bei gleicher rep- und Satztzahl) gleiche Hypertrophie bekommen. Oder umgekehrt bei gleicher Tonnage völlig unterschiedliche Hypertrophie. Oder warum BB auch ohne Kraftmaximierung Hypertrophie maximieren können. Selbstverständlich kannst du das. Das wird zB beim Starting Strength Programm in der Endphase gemacht. Dort wird das Gewicht gesteigert und wenn die Kraft aber nicht gestiegen ist, von 3x5 auf 3x3 oder 2x5 gegangen. Weil deren Verantwortliche eben davon ausgehen, höhere Kraft --> höhere Tonnage --> mehr Hypertrophie im späteren Training. Ein typischer Satz: "get strong to get huge" oder "Kümmer dich erst darum, möglichst stark zu werden, denn: Welches Hypertrophietraining ist dann im Anschluss effektiver: Wenn du 5x100kg beugen kannst - oder 5x120?". Beide Ideen sind falsch, wie das evidenzbasierte Hypertrophiemodell erklären kann.